Wenn die Gelenke schlapp machen

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Arthrosen, auch Arthrosis deformans, Gelenkverstümmelung oder Gelenkverschleiß, genannt, sind heute ein weit verbreitetes Übel. Eine echte Volks- und Zivilisationskrankheit, deren Ursachen lange Zeit ziemlich klar schienen. Die Erkrankung, von der grundsätzlich alle Gelenke, besonders häufig jedoch das Kniegelenk, betroffen sein können, galt zum einen als altersbedingt, als Knorpelabbau, eine echte Verschleißerscheinung eben, so wie sich auch ein Autoreifen langsam abnutzt. Als Arthrose-fördernd galten zudem Übergewicht, Fehlstellungen und/oder die Folgen von Unfällen, aber auch Entzündungen im Gelenk, die dann die spätere Arthrose auslösten.

Nun jedoch scheint sich ein völlig neues Bild abzuzeichnen. Eher als eine chronische Krankheit, wie zum Beispiel Diabetes, sieht Orthopädieprofessor Henning Madry von der medizinischen Fakultät der Universität des Saarlandes in Homburg, die Arthrose. Hier steht der Mediziner dem deutschlandweit einzigen Lehrstuhl für Experimentelle Orthopädie und Arthroseforschung vor. Als Beleg für seine Ansicht führt Madry unter anderem die Beobachtung an, dass auch sehr jungen Menschen betroffen sein können, während manche Hochaltrige nicht die geringsten Anzeichen einer Arthrose zeigen.

Die “Christa-Huberti-Professur für Experimentelle Orthopädie und Arthroseforschung” ist eine Stiftungsprofessur der Deutschen Arthrose-Hilfe. Das Ziel: Zukünftige, wirksamere Therapieformen und vielleicht sogar einmal die Heilung der Krankheit. Geplant sind auf jeden Fall eine weitere Ursachenforschung – denn gerade dann, wenn es nicht das Alter ist, muss es ja Gründe für den Knorpelabbau geben -, sowie die Erprobung von Knorpelersatz.

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