Der erste Hinweis auf eine Arthrose kann die rasche Ermüdbarkeit eines Gelenkes oder dessen verminderte Beweglichkeit sein. Auch die Art der Schmerzen gibt Anhaltspunkte für eine Arthrose, denn bestimmte Schmerzmuster sind eher für eine Arthrose charakteristisch als für andere Gelenkbeschwerden.
Schmerzen, Bewegungseinschränkung und morgendliche Gelenksteifigkeit sind die Hauptsymptome der Arthrose. Etwa 50% der Betroffenen leiden nicht ständig, sondern 1-2-mal im Monat an Schmerzen. Allerdings halten bei vielen Patienten die Schmerzen auch länger als 6 Monate an.
Auffällig ist die große Diskrepanz zwischen denen im Röntgenbild erkennbaren Gelenkveränderungen und den tatsächlichen Beschwerden der Patienten. So kann es sein, dass vor allem im Frühstadium der Arthrose, die Veränderungen röntgenologisch klar nachweisbar sind, der Patient aber keine Krankheitsanzeichen bemerkt. Man spricht dann von einer ‚ruhenden’ oder ‚stummen’ Arthrose. Der Arzt bezeichnet dies als subklinische bzw. klinisch latente Arthrose.
Auch die Art der Schmerzen gibt Anhaltspunkte für eine Arthrose:
Bei der 1. Gelenkbewegung, z.B. morgens nach dem Aufstehen beim Frühstücken oder Zähneputzen, ist das Gelenk steif, wie eingerostet. Nach einer Weile wird es jedoch wieder beweglicher.
Diese Schmerzen werden durch Beanspruchung ausgelöst, zum Beispiel nach einiger Zeit des Kartoffelschälens. Außerdem tritt bei Beanspruchung ein Ermüdungsschmerz ein.
Vorübergehendes, ziehendes Gefühl um das Gelenk herum oder im Gelenk. Dies tritt meist in der Ruhephase nach einer Belastung auf. Dieser Schmerz tritt immer in Ruhe oder als nächtlicher Schmerz auf, der an Intensität zunimmt.
Neben einer genauen Erhebung der Krankengeschichte sowie der körperlichen Untersuchung spielen Röntgenaufnahmen der betroffenen Gelenke eine große Rolle für die Arthrose-Diagnose.
Während der körperlichen Untersuchung wird nach typischen Anzeichen der Arthrose Ausschau gehalten:
• Bewegungseinschränkung der Gelenke
• Empfindlichkeit gegen Berührung
• Schmerzen beim passiven Beugen und Strecken
• Knacken und Knirschen der Gelenke.
Auf dem Röntgenbild sind in erster Linie die typischen Veränderungen des Knochens unterhalb des Knorpelgewebes als Anzeichen der Arthrose erkennbar. Häufig sieht man auch eine Verengung des Gelenkspaltes und in fortgeschrittenen Stadien Verknöcherungen, Verschattungen und Ergüsse. Um das Ausmaß der Knorpelzerstörungen noch detaillierter festzustellen, können auch Techniken wie Ultraschalluntersuchung (Sonographie), Computer-Tomograpie (CT), Magnetresonanz-Tomographie (MRT), Knochenszintigraphie oder auch eine Gelenkspiegelung (Arthroskopie) notwendig sein.
Wird ein entzündetes Gelenk wegen unbehandelter Schmerzen zu lange nicht bewegt, so kann sich ein Teufelskreis aus direkter Knorpel-Abnutzung (mechanischer Zerstörung) und indirektem Knorpel-Abbau (Selbstzerstörung durch Enzymaktivität und Nährstoffmangel) entwickeln.
Auch ein erkranktes Gelenk sollte nicht zu lange geschont, d.h. nicht bewegt werden. Bereitet eine Arthose Schmerzen, so handelt es sich um die aktivierte Phase mit Entzündungsgeschehen. Dieses Stadium sollte so rasch wie möglich behandelt werden, denn
• die Entzündung beschleunigt den Abbau des Knorpels und greift auch gesundes Gewebe an. Und ein Knorpelverlust ist nicht mehr rückgängig zu machen.
• ein entzündetes Gelenk ist meist so schmerzhaft, dass es nicht mehr genügend bewegt wird, d.h. es kommt zur Mangelversorgung des Knorpels und zusätzlicher Schädigung von Knorpelzellen.