Durch die Radiosynoviorthese die normale Gelenkinnenhaut durch eine spezielle Strahlentherapie wiederhergestellt. Dafür werden kurzwirkende radioaktive Substanzen mit einer Nadel in das betroffene Gelenk gespritzt. Die bestrahlen quasi von innen heraus die entzündete und wuchernde Gelenkheut und bewirken auf diese Weise, dass die normalen Gelenkverhältnisse wieder hergestellt werden.
Das wuchernde Pannusgewebe stirbt ab und wird von den körpereigenen Fresszellen „weggeräumt“. Während der Heilungsphase bildet sich eine neue Auskleidung an der Gelenkkapsel, welche als „Neosynovialmembran“ bezeichnet wird.
Im Regelfall wird die Radiosynoviorthese Ambulant durchgeführt. Nur in Ausnahmefällen ist eine stationäre Aufnahme in einem Krankenhaus notwendig. Bei der Durchführung wird als erstes die Punktionsstelle und der umliegende Hautbereich desinfiziert. Nach einer lokalen Betäubung punktiert der Arzt das betroffene Gelenk. Durch eine Röntgenkontrolle wird sichergestellt, dass sich die Nadel wirklich im Gelenkinnenraum befindet.
Dann wird Radionuklid in das Gelenk injiziert, bei größeren Gelenken wird meist eine Cortisoninjektion nachgespült, damit kein Radionuklid im Stichkanal verbleibt. Zudem hat das Cortison eine entzündungshemmende Sofortwirkung. So werden Reizreaktionen auf die Radiosynoviorthese weitestgehend reduziert. Danach wird die Punktierungstelle nur noch verbunden und das Gelenk leicht durchbewegt.
Im Anschluss wird das Gelenk für etwa 48 Stunden ruhiggestellt. Das ist wichtig, damit das Radionuklid nicht durch übermäßige Bewegungen über die Blutgefäße oder die Lymphbahnen aus dem Gelenkinnenraum in das umliegende Gewebe oder die angrenzenden Lymphknoten abtransportiert wird.